Omega-3 im Alter (Teil 1)

frau im alter

Wenn wir ans Altern denken, macht uns nicht eine Zahl Angst. Auch Falten und graue Haare mögen zwar nicht für jeden angenehm, aber aushaltbar sein. Was uns Sorge bereitet ist der Verlust an Lebensqualität. Alzheimer, Demenz, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele weitere unangenehme Wörter fallen einem ein. Die Zeit ist aber bis heute nicht aufzuhalten und eine kluge Herangehensweise – präventive Maßnahmen – sind eine gesunde Investition.

Während sicherlich das soziale Umfeld, Stressbalance und viele weitere Punkte eine enorm wichtige Rolle spielen, gibt es viele Studien in Bezug auf Omega-3-Fettsäuren (O3) und dem gesunden Altern. Herzerkrankungen, Neurodegeneration, Entzündungsmarker und andere Krankheitszeichen stehen stark in Zusammenhang mit den Fetten unseres Körpers und einem gesunden “grau werden” 1–4.

Omega-3 hat beeindruckende Effekte!

Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann die Entwicklung und Instandhaltung unseres Gehirns stark verändern, die Wände unserer Zellen (sog. Zellmembranen) in ihrer Struktur verändern und damit ihre Funktion signifikant beeinflussen5–7. Dies sorgt wiederum, laut Studien, für biochemische Störungen und damit neurosensorischen Einschränkungen (Interaktion unserer Sinnesorgane mit unserem Gehirn), als auch zu Verlusten an Leistung und Veränderungen des Verhaltens8,9. Somit ist es nicht überraschend, dass eine Fettsäure wie DHA alleine das Kurzzeitgedächtnis beeinflusst10, die Übertragung von Nervenimpulsen beeinflusst11 und generell die Aktivität von Enzymen und ihre physikalischen/elektrischen Eigenschaften verändert8. Omega-3, in all seinen Formen, hat beeindruckende Effekte!

Öl ist nicht gleich Öl

Bevor jetzt jedoch eifrig beim nächsten Supermarkt Fische und Kapseln gekauft werden – Öl ist nicht gleich Öl! Unterschiede gibt es aber auch bei den Quellen von Omega-3. Während frischer Fisch aus den Ozeanen einen hohen Wert an EPA, DPA und DHA besitzen, den primären Omega-3-Fettsäuren, sind Fische aus Antibiotika-reicher und nicht artgerechter Aquakultur meist hoch an Omega-6-Fettsäuren und erfüllen damit nicht den gewünschten Effekt. Fischöle als Nahrungsergänzung können helfen, doch muss die Quelle von hoher Qualität sein. In ihrer künstlichen Form sind diese sehr instabilen Fettsäuren leicht zerbrechlich (oxidieren leicht) und können mehr Schaden, als Gutes tun. Nur wenige Unternehmen beschäftigen sich heute neben der richtigen Struktur der Fettsäuren auch mit ihrer Stabilität.

Was bedeutet Lipid-Peroxidation und warum ist sie wichtig? Gibt es kluge Kapseln und störende Öle? Ist Omega-3 vielleicht zu gut, um wahr zu sein? Wer mehr über den Hintergrund von Omega-3 wissen möchte, findet hier mehr Informationen. Wer über die richtige Dosis und Verpackung mehr erfahren möchte, erfährt hier mehr. Wer mehr über gesundes Altern lesen möchte, findet hier weitere Informationen (Teil 2).

Quellenangabe:

  1. Van Gelder, B., Tijhuis, M., Kalmijn, S. & Kromhout, D. Fish consumption, n-3 fatty acids, and subsequent 5-y cognitive decline in elderly men: the Zutphen Elderly Study. Am J Clin Nutrition 85, 1142–7 (2007).
  2. Luchtman, D. & Song, C. Cognitive enhancement by omega-3 fatty acids from child-hood to old age: Findings from animal and clinical studies. Neuropharmacology 64, 550–565 (2013).
  3. Simopoulos, A. The Importance of the Omega-6/Omega-3 Fatty Acid Ratio in Cardiovascular Disease and Other Chronic Diseases. Exp Biol M 233, 674–688 (2008).
  4. Bourre. Roles of unsaturated fatty acids (especially omega-3 fatty acids) in the brain at various ages and during ageing. J Nutrition Heal Aging 8, 163–74 (2004).
  5. Bourre, J. et al. Alterations in the Fatty Acid Composition of Rat Brain Cells (Neurons, Astrocytes, and Oligodendrocytes) and of Subcellular Fractions (Myelin and Synaptosomes) Induced by a Diet Devoid of n‐3 Fatty Acids. Journal of Neurochemistry 43, 342–348 (1984).
  6. Dyall, S. Long-chain omega-3 fatty acids and the brain: a review of the independent and shared effects of EPA, DPA and DHA. Frontiers Aging Neurosci 7, 52 (2015).
  7. Dyall & Michael-Titus. Neurological Benefits of Omega-3 Fatty Acids. Neuromol Med 10, 219–235 (2008).
  8. Bourre et al. The effects of dietary alpha-linolenic acid on the composition of nerve membranes, enzymatic activity, amplitude of electrophysiological parameters, resistance to poisons and performance of learning tasks in rats. J Nutrition 119, 1880–92 (1989).
  9. Bloch & Hannestad. Omega-3 fatty acids for the treatment of depression: systematic review and meta-analysis. Mol Psychiatr 17, 1272–1282 (2011).
  10. Lim, S., Hoshiba, J. & Salem, N. An extraordinary degree of structural specificity is required in neural phospholipids for optimal brain function: n‐6 docosapentaenoic acid substitution for docosahexaenoic acid leads to a loss in spatial task performance. J Neurochem 95, 848–857 (2005).
  11. Cardoso, H. et al. Omega-3 deficiency and neurodegeneration in the substantia nigra: Involvement of increased nitric oxide production and reduced BDNF expression. Biochimica et Biophysica Acta (BBA) – General Subjects 1840, 1902–1912 (2014).

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