Eukalyptus. Eucalyptus globulus

eukalyptus

           Herkunft und Traditionelle Verwendung

Der Eukalyptusbaum kommt ursprünglich aus Tasmanien und Australien und gehört zur Familie der Myrtengewächse. Wegen seiner invasiven Art wächst er aber mittlerweile in vielen Teilen der Welt und hat sich mehrheitlich im Mittelmeerraum verbreitet. Der Eukalyptus ist einer der höchst wachsenden Laubbäume der Welt und wird in Australien auch “Fever Tree” (Fieberbaum) genannt. (1)

Die Blätter und das daraus gewonnene Öl des Eukalyptus, werden schon seit langem zu medizinischen Zwecken verwendet. Es gibt zahlreiche verschiedene Eukalyptusarten, jedoch wird der Eucalyptus globulus wegen seines hohen Gehaltes an ätherischen Ölen standardmäßig als Heilmittell verwendet. (1)

Traditionell wurde der Baum von den Aborigines bei verschiedenen körperlichen Leiden angewendet, primär als äußerliches Wundheilmittel und bei Insektenstichen.

Wegen seiner enormen Verbreitung auf dem ganzen Globus findet der Eukalyptus auch seinen Platz in anderen traditionellen Heilkunden, sowie der TCM (Traditionell Chinesische Medizin), dem Ayurveda und der Europäischen Naturheilkunde. Eucalyptus globulus hat starke antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Seine Hauptanwendungsgebiete befinden sich im Bereich bei Problemen der Atemwege wie z.B Bronchitis, Asthma oder COPD. (2)

Die Blätter des Eukalyptus fördern eine gesunde bakterielle Flora auf allen Schleimhäuten und der Haut. Die Pflanze wirkt fiebersenkend und hält Entzündungen in Schach. Eukalyptus befindet sich in vielen Salben, welche bei Erkältungen der Atemwege angewendet werden. Er wirkt schleim- und krampflösend und macht die Atemwege frei. (3)

Seine entzündungshemmenden Eigenschaften können zudem auch eine gute Unterstützung sein bei Gelenks-und Muskelschmerzen, Magenverstimmungen, Pilzbefall des Darms und der Haut, Ekzemen und zur Behandlung äusserlicher Wunden. (3)

           Die Inhaltsstoffe des Eukalyptus: Cineol ist der Superstar!

Wissenschaftliche Studien weisen nach, dass die ätherischen Öle des Eukalyptus, für die antibakteriellen, antimykotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften verantwortlich sind. Die ätherischen Öle von Eukalyptus sind unter anderem: α-Pinene, 1,8-Cineol und Pinocarveol, wobei Cineol den höchsten Anteil mit bis zu 85% enthält.

           Asthma, Cortison und Cineol unter der Lupe

Cineol ist ein natürliches Monopertene, auch Eucalyptol genannt. Cineol bekommt immer mehr Beliebtheit in der Asthmatherapie wegen seiner mukolytischen und spasmolytischen Aktivität auf die Atemwege. Dies wurde schon in einigen klinischen Studien getestet und mit Erfolg nachgewiesen.

Die Wirkmechanismen von Cineol können auf folgende Weise erklärt werden: Der Stoff kontrolliert die Zytokinproduktion und die Hypersekretion von entzündlichem Mucus durch seine Aktivität als Entzündungshemmer und nicht nur durch seine mukolytischen Eigenschaften. (4)

Normalerweise wird bei Asthma, Bronchitis und COPD, Cortison verschrieben. Cortison ist zwar ein hochwirksames Medikament, aber mit vielen unangenehmen Nebenwirkungen. Es lindert die Symptome von schweren Atemwegserkrankungen effektiv, wirkt sich aber auf lange Sicht negativ auf das Immunsystem, die Haut und die Knochen aus. Mittlerweile werden Asthmasprays mit Cineol hergestellt, welche laut klinischen Studien, den Cortison-Verbrauch bis zu 40% reduzieren können. Cineol ist somit eine wissenschaftlich bewiesene und sichere Alternative und Komplementärmedizin zu Cortison bei Asthmapatienten! (5)

           Cineol für die Wundheilung und als Bakterienkiller

Wissenschaftliche Studien enthüllen auch die traditionelle Anwendung von Cineol zur schnelleren Wundheilung: Das Öl wirkt antibakteriell in der Anwesenheit verschiedener Bakterienstämme, so wie Escheria Coli, Enterobacter aerogenes, Serratia marcescens, und Staphylococcus aureus. Die Wachstumsrate dieser Bakterien verringern sich signifikant unter dem Einfluss von Cineol.

Staphylococcus aureus, als Beispiel ist ein Bakterium welches Eiterflechte, Hautabszesse und Entzündungen der Haarfollikel verursacht. Dieses Bakterium ist schon in vielen Teilen der Welt antibiotikaresistent und schwer zu behandeln im fortgeschrittenen Stadium. Cineol könnte eine wirkungsvolle Alternative bieten um solche hartnäckigen Infektionen zu bekämpfen. (6)

           Freie Radikale, Apoptose und Krebszellen unter dem Einfluss von Cineol

Cineol ist nicht nur entzündungshemmend und antibakteriell sondern hat auch eine antioxidative Wirkung und schützt unsere Zellen vor freien Radikalen, welche durch schädliche Umwelteinflüsse erzeugt werden. Aus diesem Grund hat Cineol auch eine bedeutende Stellung in der Krebsforschung: Das Molekül wurde in einer Studie auf seine apoptotische Wirkung auf humane Leukämiezellen untersucht. Dabei wurde entdeckt, dass Cineol den Wachstum der Krebszellen unterdrückt und die Apoptose dieser Zellen verursacht. Diese Befunde machen Cineol zu einem vielversprechendem Mittel im Bereich der Krebstherapie. (7)

          Neurologische Effekte von Cineol

Cineol soll die kognitiven Fähigkeiten verbessern und könnte als potentielles natürliches Mittel bei Alzheimer angewendet werden. Alzheimer wird durch eine Anhäufung von Beta-Amyloid Plaques verursacht, welche wiederum eine Entzündung verursachen. Cineol hat das Potential auch hier als entzündungshemmender Botenstoff zu wirken. Dies muss aber noch in weiteren Studien untersucht werden.(8)

          Fazit: Eukalyptus ist ein vielseitiger Entzündungshemmer!

Eukalyptus dient im ersten Sinne als Hilfe bei Entzündungen und bakteriellen Infekten. Diese Eigenschaften werden seinem Hauptbestandteil, Cineol, zugeschrieben. Dieser Stoff verschafft Linderung bei Asthma, Bronchitis und COPD. Zudem bewirkt Cineol eine schnellere und bessere Wundheilung und wirkt antioxidativ auf unsere Zellen! Ein wohlriechendes und  vielversprechendes ätherisches Öl, welches uns der Eukalyptusbaum schenkt!

Quellenangabe:

  1. https://www.gaiaherbs.com/blogs/herbs/eucalyptus
  2. https://www.heilpflanzen-online.com/heilpflanzen-a-z/eukalyptus.html
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4417289/
  4. https://www.researchgate.net/publication/262385819_Anti-inflammatory_Properties_of_the_Monoterpene_18-cineole_Current_Evidence_for_Co- medication_in_Inflammatory_Airway_Diseases#:~:text=Cineole%20(1%2C8%2Dcineol,effects%20%5B18%2C%2019%5D.
  5. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24831245/
  6. Essential oil variation in the populations of Artemisia spicigera from northwest of Iran: Chemical composition and antibacterial activity
  7. http://www.tandfonline.com Antitumor effect of 1, 8-cineole against colon cancer https://www.spandidos-publications.com
  8. 1,8-Cineole (Eucalyptol) Mitigates Inflammation in Amyloid Beta Toxicated PC12 Cells: Relevance to Alzheimer’s Disease | SpringerLink https://link.springer.com

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