Mönchspfeffer. Vitex agnus castus

Mönchspfeffer. Vitex agnus castus

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Herkunft und Traditionelle Verwendung

Mönchspfeffer ist eine Pflanze der Lippenblütler und stammt aus dem mediterranen Raum. Er hat eine würzige Note und wird schon seit dem Mittelalter von Nonnen und Mönchen als Heilpflanze verwendet. Seine Hauptfunktion lag darin, die Libido zu verringern. Daher auch der Name “Mönchspfeffer”.

Ob die Pflanze wirklich libidoverringernde Eigenschaften besitzt, ist unklar. Jedoch lässt dies daraus schließen, dass Vitex agnus castus Einflüsse auf den männlichen und den weiblichen Hormonhaushalt hat: Er soll sich auf verschiedenste Weise positiv auf den Hormonhaushalt auswirken. Dies wurde mittlerweile in vielen pharmakologischen und klinischen Studien bewiesen. (1)

Mönchspfeffer wurde traditionell auch bei Verletzungen verwendet, da er angeblich eine schnellere Wundheilung zustande bringt. (2)

Bei der Verwendung des Mönchspfeffers als Heilpflanze werden die Blüten, Blätter, Samen und Früchte der Pflanze verwendet. Mittlerweile sind hochdosierte Extrakte der Pflanze erhältlich, welche ihrem Zweck als Heilmittel am besten dienen.

Der weibliche Hormonhaushalt, PMS und Vitex agnus castus

Störungen im weiblichen Hormonhaushalt können sich auf vielerlei Arten zeigen: Von Menstruationskrämpfen, unregelmässigem Zyklus, Ausbleiben der Menstruation, Unfruchtbarkeit, Prämenstruellem Syndrom (PMS) bis hin zu Wechseljahrsbeschwerden. Vitex agnus castus ist eine der meist verwendeten pflanzlichen Mittel zur Regulierung des weiblichen Hormonhaushalts.

Das prämenstruelle Syndrom ist eine der häufigst vorkommenden Dysfunktionen des Hormonhaushalts. Es äussert sich in Beschwerden einige Tage vor der Menstruation: von Kopfschmerzen, Krämpfen, Brustempfindlichkeit, Blähungen, Reizbarkeit, bis hin zu Depressionen und Schlafstörungen.

PMS Beschwerden lassen sich meist auf einen erhöhten Prolaktinspiegel zurückweisen, welcher wiederum eine Erhöhung des Östrogenspiegels verursacht. Über einen längeren Zeitraum, kann ein erhöhter Prolaktinspiegel zu vielerlei gesundheitlichen Problemen führen. Mönchspfeffer verringert angeblich die Prolaktinwerte und sorgt somit für mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden während des Zyklus.

In-vitro Studien und klinische Studien konnten die Verringerung der Prolaktinwerte durch Vitex agnus castus folgendermaßen beweisen: Die Pflanze hat eine allgemein dopaminerge und opioiderge Wirkung. Dies verringert die Prolaktinwerte welches wiederum die Östrogenwerte sinken lässt. Demzufolge können PMS Beschwerden erfolgreich gelindert oder eliminiert werden. (3) (8)

Bei einer anderen Studie wurden Serum Prolaktinwerte im Blut von Patienten getestet. Die dopaminerge Wirkung der Pflanze konnte somit folgendermaßen erklärt werden: Vitex agnus castus bindet an Da2- Rezeptor Protein, welches die Prolaktin-Ausschüttung unterdrückt. Diese Kaskade wird als Hauptfaktor in der Linderung von PMS Symptomen angesehen. (5)

Es gibt auch einige klinische Studien, die nachweisen, dass Mönchspfeffer signifikant wirkungsvoller ist als das Placebo. Teilnehmerinnen der Studie haben ihre PMS Symptome über Wochen beobachtet und notiert und mit Erfolg eine Reduktion dieser Symptome bestätigt! (6)

Welche Inhaltsstoffe sind dafür verantwortlich?

Heilpflanzen bestehen immer aus einer komplexen Kombination vielerlei Inhaltsstoffe, welche die Wirkung der Pflanze bestimmen. Die Entschlüsselung einzelner Inhaltsstoffe kann ein Indiz sein für die Wirkmechanismen der Pflanze, ist jedoch nie vergleichbar mit der einzigartigen Zusammensetzung dieser Stoffe.

Mönchspfeffer enthält eine Kombination aus ätherischen Ölen, Flavonoiden, Gerbstoffen, Diterpenoiden und Iridioiden. Die wohl pharmakologisch wichtigsten Bestandteile sind die Flavonoide, worunter unter anderem Casticin, Apigenin, Vitexin und Isovtiexin.

Aber auch andere Stoffe sind von Belang. Studien haben gezeigt, dass Linolsäure in Vitex agnus castus für die Bindung der Östrogen-Rezeptoren verantwortlich sein könnte. Und auch die Diterpene sind von hoher Bedeutung für ihre pharmakologische Wirkung. Sie sind verantwortlich für die Bindung an das Da2- Rezeptor Protein. (4)

Vitex agnus castus ist ein perfektes Beispiel dafür, dass wir die Wirkung einer Heilpflanze nicht einem Stoff zuschreiben können, sondern dem Zusammenspiel all dieser Inhaltsstoffe!

Vitex agnus castus: Antibakterielle Wirkung und Wundheilung

Neben der hauptsächlich erforschten Wirkung von Vitex agnus castus auf den Hormonhaushalt, hat die Pflanze auch noch Nutzen in anderen Bereichen. Sie soll stark antibakteriell, antifungal und entzündungshemmend wirken. Mönchspfeffer beschleunigt die Wundheilung und hat antioxidative Eigenschaften. (3)

In-vitro Studien zufolge, konnten beweisen dass der Extrakt von Mönchspfeffer vielerlei Bakterien abtötet, sogar Multiresistente Staphylococci. Diese Studien lassen auf eine sehr hohe antibakterielle Aktivität der Inhaltsstoffe von Vitex agnus castus schliessen! (7)

Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Mönchspfeffer lassen sich wiederum mit seiner positiven Wirkung auf Menstruationsbeschwerden in Verbindung bringen. Er wirkt also lindernd auf Entzündungen aller Art und schützt vor unerwünschten Keimen und Bakterien. (8)

Fazit: Mönchspfeffer als Allround-Hormon-Helfer!

Mönchspfeffer ist eine Allround-Wunderpflanze und kann bei vielerlei Beschwerden, welche mit dem weiblichen Zyklus verbunden sind, angewendet werden. Er balanciert die Prolaktin- und somit die Östrogenwerte des Körpers und sorgt für Linderung von PMS Symptomen und Wechseljahrsbeschwerden. Diese Pflanze könnte vielen Frauen eine bessere Lebensqualität versichern!

Quellenangabe:

  1. https://www.generali.de/ueber-generali/magazin/moenchspfeffer-43196/#:~:text=Die%20urspr%C3%BCngliche%20Herkunft%20des%20M%C3%B6nchspfeffers,Genuss%20die%20Eind%C3%A4mmung%20ihrer%20Libido.
  2. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/frauenbeschwerden/moenchspfeffer
  3. https://examine.com/nutrition/cognition-depression-and-pms/
  4. https://phcogrev.com/sites/default/files/PhcogRev_2018_12_23_103.pdf
  5. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0944711304702330
  6. https://www.sid.ir/en/journal/ViewPaper.aspx?ID=233739
  7. https://www.greenpharmacy.info/index.php/ijgp/article/view/76
  8. https://phcogrev.com/sites/default/files/PhcogRev_2018_12_23_103.pdf