Sternanis. Illicium verum

Sternanis. Illicium verum

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Herkunft und Verwendung

Der echte Sternanis, Illicium verum, kommt ursprünglich aus tropischen Gebieten Asiens und wird in Europa schon seit dem 17. Jahrhundert als kulinarische Gewürzpflanze verwendet. Die Frucht der Pflanze wird dabei in der Sonne getrocknet und bildet getrocknete sternförmige Kapseln. Ihr süßer, Lakritze-ähnlicher Geschmack dient zur Zugabe in Gewürzmischungen und Likören. (1)

Sternanis hat aber auch einen medizinischen Nutzen. Er wird hauptsächlich für seine Funktionen im Bereich der Verdauungsförderung und der Behandlung von Husten und Infektionen der oberen Atemwege verwendet. Auch soll er das Immunsystem auf verschiedenen Ebenen unterstützen. (1) (2)

In der TCM (Traditionell Chinesischen Medizin) wird Sternanis als wärmende Pflanze angesehen, welche bei Erkältungen angewendet wird. Dies deutet an, dass die Pflanze antibakterielle und antivirale Eigenschaften besitzt. Außerdem soll Sternanis bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Verstopfung helfen und ist somit auch ein verdauungsförderndes Mittel. (3)

Sternanis, seine Inhaltsstoffe und “Tamiflu”

Sternanis hat nachweisbare Effekte auf das Immunsystem bei grippalen Erkrankungen durch seine Fähigkeit Pathogene zu bekämpfen. Sternanis ist die Quelle der sogenannten Shikimisäure, welche verwendet wird um das pharmazeutische Grippemittel “Tamiflu” herzustellen. Dies ist ein Mittel was standardmäßig bei Influenza A und Influenza B verschrieben wird. Neben der Shikimisäure enthält Sternanis noch zahlreiche andere Stoffe, welche eine antivirale und antibakterielle Wirkung haben. (4)

Sternanis enthält ätherische Öle, prenylierte C6-C3 Verbindungen, Lignane, Sesquiterpene und Flavonoide. Der Hauptbestandteil ist dabei Anethol, was über 95% ausmacht und dem Sternanis seine Würze verleiht. Jedoch ist vor allem die Mischung all dieser Inhaltsstoffe von größter Bedeutung und gibt der Gewürzpflanze ihre antibakteriellen, antioxidativen, antifungalen, schmerzstillenden und krampflösenden Eigenschaften. (5)(6)(8)

Eine Pflanze für die Verdauung

Illicium verum wird in der TCM oft als Tee verwendet bei Verdauungsproblemen sowie Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit. Sternanis regt die Verdauung an und lindert Magenbeschwerden. Wissenschaftlich wurde dies noch nicht weitreichend genug untersucht. Jedoch wird vermutet, dass auch hier seine antibakteriellen Eigenschaften zum Zug kommen und er schädliche Magen- und Darmbakterien so wie zB. Helicobacter Pylori bekämpft.

Sternanisöl – Wundermittel bei Pilzinfektionen und anderen Hauterkrankungen

Sternanis soll nicht nur bei bakteriellen Problemen helfen sondern auch bei gewissen Pilzinfektionen sowie Candida albicans. Candida albicans ist ein normaler Begleiter der Haut und Schleimhäute jedoch kommt es bei übermäßigem Wachstum zu Problemen: oft im Magen- Darm Trakt, auf der Haut und im vaginalen Bereich. Diese Pilzinfektionen sind oft hartnäckig und schwer zu behandeln mit herkömmlichen Fungiziden. Eine Studie konnte nachweisen, dass Sternanis – und Fenchelöl zusammen antifungale Fähigkeiten besitzen. Eine Kombination aus den Inhaltsstoffen dieser zwei Pflanzen könnten als Ausgangsstoffe für natürliche Fungizide zur Behandlung von Candida und anderen Pilzinfektionen dienen! (9)

Fazit: Sternanis als treuer TCM-Begleiter

Echter Sternanis wird in der TCM schon seit jeher bei grippalen Infekten und als verdauungsförderndes Mittel verwendet. Seine traditionellen Anwendungsgebiete lassen auf seine vielversprechenden Nutzen als Grippemittel, zur Linderung des Magens und zur Behandlung von hartnäckigen bakteriellen- und Pilzinfektionen schliessen.