Magnolie. Magnolia officinalis

magnolienbaum

          Herkunft und Traditionelle Verwendung

Der Magnolienbaum gehört zur Familie der Magnoliengewächse und ist einer der ältesten Bäume auf dem Planeten. Die frühesten Magnoliengewächs-Fossile werden auf 20 Mio. Jahre geschätzt und andere artverwandte Magnoliaceae auf bis zu 95 Mio. Jahre. Der Baum kommt ursprünglich in Asien, Nordamerika und Südamerika vor.  (1)

Die robusten Blüten der Magnolie werden nicht von Bienen, sondern von pollenfressenden Käfern bestäubt. Dies ist ein Indiz dafür, dass es diese Pflanze schon vor dem Bestehen der Bienen gab und diese Gattung daher sehr alt sein muss! (1)

Ursprünglich findet die Magnolie ihren Nutzen in der traditionell chinesischen Medizin (TCM) und auch in der japanischen Naturheilkunde. Sie enthält eine Vielzahl an wohlriechenden aromatischen Stoffen und dient allgemein als beruhigendes Mittel.

In der TCM wird die Pflanze in zwei verschiedenen Präparaten verwendet, welche bei Angstzuständen, Depressionen, kognitiven Problemen, Schlafstörungen, Lungenkrankheiten und Verdauungsproblemen, von chinesischen Ärzten verschrieben werden. (2)(3)

Es gibt außerdem medizinisch wissenschaftliche Ansätze dafür, dass die Magnolie in der Lage ist den Knochenabbau aufzuhalten und somit ein mögliches Heilmittel für Osteoporose sein könnte. (2)

          Was sagt die Wissenschaft?

Wissenschaftliche Studien zur Magnolie konzentrieren sich hauptsächlich auf die einzelnen Inhaltsstoffe der Pflanze, welche aus der Rinde extrahiert werden. Sie enthält zwei verschiedene Bestandteile, welche in einigen medizinischen Studien auf ihre Wirksamkeit getestet wurden: Magnolol und Honokiol.

Diese zwei Stoffe sind sogenannte Biphenolverbindungen und gehören zur Gruppe der Alkaloide. Sie wirken angstlösend, beruhigend, entzündungshemmend, antioxidativ, und antibakteriell. (4)

          Magnolie als sanftes Beruhigungsmittel

Die beruhigenden Effekte von Honokiol, werden unter anderem mit seiner Wirkung auf die GABA-Rezeptoren erklärt. Der Stoff hat eine hohe Selektivität auf diese Rezeptoren, wodurch die angstlösenden und einschläfernden Effekte erklärt werden können.

In der herkömmlichen Schulmedizin, werden bei Angststörungen oft hochpotente Benzodiazepine verschrieben. Extrakte aus Magnolia officinalis zeigten bei der Einnahme ähnliche Ergebnisse auf, wie bei der Einnahme von Benzodiazepinen. Die Stoffe der Pflanze haben eine sehr ähnliche Affinität mit unseren GABA-Rezeptoren und könnten daher eine wirksame und sichere Alternative sein. (5)

Ein weiterer Grund, wodurch Stress in unserem Körper entsteht, sind hohe Cortisolwerte. Das in der Magnolie enthaltene Honokiol besitzt eine positive Wirkung auf die sogenannte Cortisol-Stressachse. Die Substanz reguliert das Endokrine System und somit die Cortisolwerte. Dies führt zu einem beruhigenden Effekt und reduziert Angst- und Stresszustände.

Zu guter Letzt hat die Magnolie, und wiederum Honokiol, auch einen ausgleichenden Effekt auf das Dopamin- System. Eine unregulierte und übermässige Dopaminausschüttung kann zu Depressionen und Stimmungsschwankungen führen. Auch hier kann die Magnolie sich als mögliches Heilmittel beweisen. (4)(5)

          Die Magnolie bei Krämpfen und als Entzündungshemmer

Die beruhigenden und schmerzlindernden Effekte von Magnolia officinalis wirken sich auch bei Entzündungen und Muskelkrämpfe positiv aus. Daher wird die Pflanze oft erfolgreich bei Menstruationskrämpfen und den damit verbundenen körperlichen und geistigen Leiden, verwendet. (5)

Die wissenschaftlichen Befunde zu den entzündungshemmenden Eigenschaften der Magnolie sind meist in Tierversuchen ausgeführt und lassen darauf schließen, dass Magnolol und Honokiol spezifische Entzündungskaskaden und Entzündungsmediatoren blockieren. Somit werden die Entzündungswerte reguliert und auf Genexpressions-Level modifiziert. Klinische Studien dazu fehlen aber leider noch. (6)

          Magnolie als “Bakterienkiller”

Die antibakteriellen Eigenschaften der Magnolie werden teilweise in-vitro und klinisch nachgewiesen. Honokiol und Magnolol hemmen den Wachstum verschiedener Bakterienstämme im Darm, wie auch im Mundbereich. Dazu gehören z.B.  Streptococcus mutans, welche Karies verursachen.

Auch bei Bakterien der Hautschichten, ist die Magnolie ein wirkungsvolles Mittel. Sie wirkt gegen Cutibacterium acnes und Cutibacterium granulosum –  zwei Bakterien, welche Akne verursachenAusserdem hemmt sie die Sekretion von Interleukin-8 (IL-8) und Tumor Necrosis Factor Alpha (TNF Alpha), welche von den Aknebakterien verursacht werden. Dies macht sie zu einem wirksamen Mittel gegen Akne und anderen bakteriellen Hautproblemen. (6)

          Magnolie entspannt auch den Darm und die Lunge!

Was hat es damit auf sich, dass die Magnolie von TCM-Ärzten bei Verdauungsproblemen verschrieben wird? Die Pflanze besitzt krampflösende Eigenschaften, welche dazu führen, dass sich die Muskeln im Magen-Darm-Trakt entspannen. Dies ist zurückzuführen auf die Acetylcholin- und Serotonin-Inhibition von Magnolol und Honokiol. Kontraktionen, welche durch Acetylcholine ausgelöst werden, werden gehemmt. (7)

Diese Eigenschaften sind auch dafür verantwortlich, dass die Pflanze bei Asthma, Bronchitis und anderen Lungenleiden angewendet wird. Wenn die Alkaloide der Magnolie in hochdosierter Form verabreicht werden, kann dies möglicherweise gastrointestinale und bronchiale Beschwerden durch die Entspannung der glatten Muskeln des jeweiligen Gewebes, lindern. (7)

          Fazit: Die Magnolie entspannt uns und unseren Körper auf allen Ebenen!

Die Magnolie ist eine besondere Heilpflanze mit vielseitigen Anwendungsgebieten. Sie kann erfolrgreich bei Angstzuständen, Depressionen, Menstruationskrämpfen, Magen-Darm- und Bronchialbeschwerden, eingesetzt werden. All diese Anwendungsgebiete lassen sich auf die entspannenden und krampflösenden Eigenschaften der Pflanze zurückzuführen. Ein Mittel, welches das ganze System beruhigt und in Einklang bringt!

Quellenangabe:

  1. https://www.gaiaherbs.com/blogs/herbs/magnolia
  2. https://www.naturundheilen.de/service/tipps-erfahrungen/artikel/magnolien_bluetenpracht_mit_heilwirkung/
  3. https://examine.com/supplements/magnolia-officinalis/research/#sources-and-composition
  4. https://www.researchgate.net/publication/26596320_Expectations_of_biologically_active_compounds_of_the_genus_Magnolia_in_biomedicine
  5. https://www.organicfacts.net/health-benefits/herbs-and-spices/magnolia.htmlhttps://www.drugs.com/npp/magnolia-bark-extract.html
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5365644/
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6121321/

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