Lactoferrin: Dosierung und Dauer der Anwendung

Lactoferrin Dosierung und Form

Wie viel ist zu wenig, wie viel ist zu viel? Diese Frage stellen sich sicher viele Personen, wenn sie ein Nahrungsergänzungsmittel (NEM) einnehmen. Natürlich ist die Forschung nicht weniger daran interessiert. Ihr Vorteil? Die Wissenschaft kann testen, Dosierungen analysieren und genau bewerten, was passiert.

Verschiedene Krankheiten wurden dabei von der Wissenschaft beobachtet. Entzündliche Symptome der Haut wie Akne Vulgaris, bis hin zu Candida, Knochenwachstum, Hepatitis C, Eisenmangel und intestinalen Probleme wurden untersucht und bei verschiedenen Dosierungen mit Lactoferrin unter die Lupe genommen [1,2,3,4,5,6,7].

Während grundsätzlich positive Effekte bereits bei 100mg beim Menschen festgestellt wurden, hängt es in spezifischen Fällen von der jeweiligen Krankheit des Patienten ab. So wurde in einer japanischen Studie beispielsweise gezeigt, dass bei Hepatitis C Patienten die minimale effektive Dosierung bei 1600mg/Tag lag [3,8].

Generell ist die Wirkungsweise von Lactoferrin bei Infekten, bakteriellen Dysbalancen des Darmes, Über- oder Unterstimulierung des Immunsystems als auch bei Eisenmangel/Überschuss von Lactoferrin nützlich. Da Krankheiten mit einem Bezug zu diesen Systemen (ganz zu schweigen von unserer modernen Lebensweise) schier unzählig sind, lässt sich nur schwer eine individuelle Aussage machen. Generell lässt sich aber unterscheiden zwischen akuten und schwerwiegenden Erkrankungen und der Verwendung von Lactoferrin als unterstützendes Mittel.

Ein paar Beispiele:

  • Akne Vulgaris (100 mg/Tag)
  • Regulierung Immunsystem (200-400mg/Tag) [9]
  • Eisenhaushalt (200-250mg/Tag)
  • Hepatitis C, therapeutische Behandlungen (1600 mg und mehr/Tag)

Wichtig ist eine Absprache mit einem Experten, der je nach Person einen individuellen Bedarf ermitteln kann. Dabei spielt auch die Reinheit des Produktes eine große Rolle. Bereits mit Bakterien versetzte Rohstoff-Quellen von Lactoferrin haben kaum noch gewünschte Effekte.

Wie lange Lactoferrin einnehmen?

Gibt es potentielle Nebenwirkungen, die bei langfristiger Einnahme von Lactoferrin in unterschiedlichen Dosierungen entstehen können? Viele Studien haben über längere Zeit hinweg getestet, wie viel wohl doch zu viel über einige Wochen zu sein scheint. So wurde unter anderem festgestellt, dass selbst bei Ratten eine gewaltige Dosis von 2000mg/kg Körpergewicht/Tag keine Nebenwirkungen über 13 Wochen hervorrief [10]. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, kann gerne nach einigen Wochen eine Pause einlegen und das eigene System seine Arbeit machen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem weitestgehend gesunden Menschen eine Dosierung von 250mg/Tag über eine lange Zeit (einige Monate) Nebenwirkungen hervorrufen könnte, ist bis heute gelinde gesagt sehr unwahrscheinlich.

Die richtige Dosierung von Lactoferrin?

Natürlich ist die oben genannte Studie nicht die Einzige. Ratten wurde 1800mg/Tag über 28 Tage verabreicht und keine negativen Effekte konnten gefunden werden [11]. Selbst superphysiologische Dosierungen mit Lactoferrin scheinen laut momentanem Wissensstand selbst über einige Wochen keinen negativen Effekt zu haben.

Es ist gut zu wissen, dass Lactoferrin selbst bei versehentlich hohen Dosierungen keine negativen Effekte zu haben scheint. Dennoch sollte man sich auch seinen eigenen finanziellen Ausgaben zuliebe vorher qualitativ bezüglich Rohstoff und Produktauswahl beraten lassen, bevor man quantitativ Perlen vor die Säue schmeißt.

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Quellenangabe:

1. Takakura et al. Oral Lactoferrin Treatment of Experimental Oral Candidiasis in Mice. Antimicrobial Agents and Chemotherapy 47, 2619–2623 (2003).
2. Mueller, Trapp, Frentzel, Kirch & Brantl. Efficacy and tolerability of oral lactoferrin supplementation in mild to moderate acne vulgaris: an exploratory study. Current Medical Research and Opinion 27, 793–797 (2011).
3. Okada et al. Dose‐response Trial of Lactoferrin in Patients with Chronic Hepatitis C. Japanese Journal of Cancer Research 93, 1063–1069 (2002).
4. Naot, Grey, Reid & Cornish. Lactoferrin – A Novel Bone Growth Factor. Clinical Medicine & Research 3, 93–101 (2005).
5. Ammons & Copié. Mini-review: Lactoferrin: a bioinspired, anti-biofilm therapeutic. Biofouling 29, 443–455 (2013).
6. Paesano et al. Lactoferrin efficacy versus ferrous sulfate in curing iron deficiency and iron deficiency anemia in pregnant women. BioMetals 23, 411–417 (2010).
7. Guillén, McInnes, Kruger & Brock. Iron, lactoferrin and iron regulatory protein activity in the synovium; relative importance of iron loading and the inflammatory response. Annals of the Rheumatic Diseases 57, 309–314 (1998).
8. Tanaka et al. Lactoferrin Inhibits Hepatitis C Virus Viremia in Patients with Chronic Hepatitis C: A Pilot Study. Japanese Journal of Cancer Research 90, 367–371 (1999).
9. Mulder, Connellan, Oliver, Morris & Stevenson. Bovine lactoferrin supplementation supports immune and antioxidant status in healthy human males. Nutrition Research 28, 583–589 (2008).
10. Yamauchi et al. 13-Week oral repeated administration toxicity study of bovine lactoferrin in rats. Food and Chemical Toxicology 38, 503–512 (2000).
11. Cerven, DeGeorge & Bethell. 28-Day repeated dose oral toxicity of recombinant human apo-lactoferrin or recombinant human lysozyme in rats. Regulatory Toxicology and Pharmacology 51, 162–167 (2008).

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