Einjähriger Beifuss. Artemisia annua L.

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           Herkunft und Taxonomie

Der einjährige Beifuss ist eine Pflanze der Korbblütengewächse und kommt ursprünglich aus China und anderen Teilen Asiens. Zudem wächst er auch in Nordafrika, Nordamerika, Indien und Osteuropa. Wie der Name der Pflanze schon sagt, ist es eine einjährige Pflanze. Der Beifuss wächst bis zu einem Meter hoch und kommt als krautige Pflanze mit kleinen gelben Blüten vor. Die Blüten riechen stark aromatisch und süss. (1)(2)

           Anwendungsgebiete: traditionell und pharmakologisch

Artemisia annua wird schon seit mehr als 2000 Jahren als Heilpflanze in verschiedenen Kulturen geschätzt. Seine Hauptfunktionen liegen im Bereich der Unterstützung des Immunsystems und bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Die phytopharmakologischen Effekte der ganzen Pflanze lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Artemisia annua kann bei Durchfall, Blutarmut, Fieber, Malaria, Dengue-Fieber, Cholera, Asthma, Bronchitis und gewissen Arten von Parasiten verwendet werden. (1)(3)

            Artemisinin im Visier

Der aktive Hauptbestandteil des Beifusses, der bisher erforscht wurde, ist der Stoff Artemisinin. Artemisinin wirkt Studien zufolge antibakteriell, antifungal, entzündungshemmend und antioxidativ. Es wird vermutet, dass Artemisinin sogar krebshindernde Eigenschaften hat und zur Bekämpfung gewisser Arten von Krebszellen eingesetzt werden kann. (4)(5)(6)

Dieser Stoff und die Heilpflanze selbst sind demzufolge vielversprechende Mittel gegen Parasiten, Malaria und eventuell sogar gegen Krebszellen. (11)

         Artemisia – Das erste natürliche Mittel gegen Malaria

Laut der materia medica der TCM (Traditionell Chinesischen Medizin), wird Artemisia annua schon seit langem als Mittel gegen Malaria verwendet. Aus dieser Erkenntnis der TCM wurden die ersten westlich-medizinischen Tests am Beifuss durchgeführt. Die WHO hat Artemisia annua zum anerkannten Mittel gegen Malaria erklärt. Es ist somit die einzige Heilpflanze, die auf dem heutigen wissenschaftlichen Standard getestet und als wirksam erklärt wurde. (2)

Wegen erhöhter Resistenz des Malaria-Parasit Plasmodium faliciporum gegen herkömmliche pharmazeutische Malaria-Prophylaxen, ist momentan die Artemisinin-Kombinations-Therapie (ACT) die erfolgreichste Methode um Malaria vorzubeugen und zu behandeln. Artemisinin, welches aus Artemisia annua extrahiert wird, und seine Derivate, werden mit zusätzlichen Alkaloiden kombiniert, wodurch Plasmodium faliciporum so schnell und langwirkend möglich abgetötet wird. Die Wirkungsmechanismen dieser ACT sind noch nicht vollständig untersucht. Es wird vermutet, dass Artemisinin einen nennenswerten Einfluss auf das Leberenzym Cytochrome P450 und das Enzym CJP2B6 hat. (7)

Artemisia annua kann auch als Tee gegen Malaria verwendet werden. Die Erfolgsquote hängt jedoch stark von der Potenz und der Verarbeitungsweise des Tees ab. In einem publizierten Artikel der WHO aus 2018 wurde die Effektivität von Artemisia annua als Tee untersucht und es wird angeraten, die ACT zur erfolgreichen Eliminierung des Malaria-Parasits zu verwenden. (8) (9)

          Artemisia annua – Bei Durchfall und Parasiten

Nicht nur bei tropischen Fieber Erkrankungen wie Malaria und Denguefieber kann der einjährige Beifuss eingesetzt werden. Auch soll er ein wirksames Mittel gegen andere Arten von Parasiten sein: Besonders bei Leishmaniasis, Schistomonias und Toxoplasmose wurde Artemisia annua erfolgreich eingesetzt. Es handelt sich hierbei vor allem um allerlei Sorten von Protozoen, die den Darm und das Immunsystem angreifen. (10)

Es gibt einige Studien zur vielseitigen antiparasitären Wirkung von Artemisinin: Der Stoff soll Parasiten bekämpfen und gleichzeitig das Immunsystem stärken!

           Artemisinin in der Krebsforschung

Artemisinin wurde in einigen Studien auf seine Wirksamkeit gegen verschiedene Krebs- und Tumorzellen getestet, wie z.B, Brustkrebs und Leukämie. In-vitro waren die Studien sehr erfolgreich und konnte eine deutliche Reduktion der Krebszellen unter dem Einfluss von Artemisia annua entdeckt werden. Der Stoff hat das Potenzial, um Tumorzellen erfolgreich zu bekämpfen. Jedoch fehlen dazu noch weitläufigere klinische Studien, welche die Sicherheit und Effektivität des Stoffes zu gewährleisten. (12)

           Fazit: Der Beifuss ist eine potente Heilpflanze mit viel unerforschtem Potential!

Vor der Einnahme von Artemisia annua sollte gut über Wirkung und Dosis nachgedacht werden, denn diese Pflanze ist mehr als nur ein stärkendes Tonikum! Seine starken antibakteriellen Eigenschaften machen ihn zum ersten natürlichen Mittel gegen Malaria, stärken unseren Verdauungstrakt und unser Immunsystem. Der Beifuss ist eine nicht zu unterschätzende Medizin und sollte daher nur spezifisch angewendet werden!

Quellenangabe:

  1. https://www.gaiaherbs.com/blogs/herbs/sweet-wormwood
  2. https://kraeuterkontor.de/magazin/artemisia-annua-die-unterschaetzte-heilpflanze/
  3. https://lavierebelle.org/IMG/pdf/2013_ethnopharmacology_of_artemisia_annua_l._a_review.pdf#page=15
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4003104/
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4297758/
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5872176/
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2778258/
  8. https://www.who.int/malaria/position_statement_herbal_remedy_artemisia_annua_l.pdf
  9. https://www.who.int/malaria/areas/treatment/overview/en/
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5316320/
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2758403/

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