Tulsi. Ocimum tenuiflorum

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Herkunft und Botanik des heiligen Basilikums

Tulsi, auch heiliger Basilikum genannt, gehört zur Familie der Lippenblütler, Lamiaceae. Das aromatische Kraut wächst ursprünglich in Indien und Nepal und ist heutzutage auf dem ganzen asiatischen Kontinent zu finden. Die Pflanze gedeiht sehr gut in tropischen und subtropischen Gebieten und ist verwandt, jedoch nicht zu verwechseln mit dem europäischen Basilikum. (1)

Traditionelle Anwendungen von Tulsi

In der ayurvedischen Naturheilkunde wird diese Pflanze schon seit Jahrtausenden geschätzt und gegen alle möglichen Leiden angewendet. Sie ist eine der heiligsten Pflanzen der Kultur Indiens und deswegen findet man sie im Garten jedes Haus und Tempels. Es wurde sogar eine Gottheit nach ihr benannt: “Tulasi” in Sanskrit, bedeutet wortwörtlich “die Unvergleichbare” und ist eine Göttin, welche Reichtum und Unbesiegbarkeit symbolisiert. (2)

Tulsi beruhigt, wärmt und regt zugleich an. Eine wahre “Allround-Wunderpflanze” in der Welt des Ayurveda!

Die Pflanze hat im System des Ayurvedas eine trockene, leichte, adstringierende und wärmende Qualität. Sie wirkt antibakteriell und kann bei Erkältungen und Infektionen der oberen Atemwege angewendet werden. Außerdem stimuliert Tulsi das “Feuer der Verdauung” und hilft bei Verdauungsproblemen, Gasbildung und Appetitlosigkeit. Die Pflanze ist ein Tonikum für Herz und Arterien, da sie angeblich die Cholesterinwerte senkt. Zusätzlich unterstützt sie die Leber und die Nieren durch ihre antioxidativen Fähigkeiten. Zu guter Letzt, wird sie in der Ayurvedischen Naturheilkunde auch für ihre adaptogene Wirkung geachtet und kann bei Stress und Schlafproblemen von Nutzen sein. (3)

 

Die Inhaltsstoffe von Tulsi: Eugenol im Mittelpunkt

Ocimum tenuiflorum wird auch in der europäischen Phytopharmakologie auf seine Inhaltsstoffe und medizinischen Nutzen untersucht. Die bisher interessantesten Anwendungsgebiete in phytopharmakologischer Hinsicht sind: die antioxidativen, entzündungshemmenden, tumorhemmenden, stresslindernden und blutzuckerregulierenden Eigenschaften. (6)

Diese pharmakologischen Funktionen von O. tenuiflorum sind auf die folgenden Inhaltsstoffe zurückzuführen: Ursolsäure, Eugenol, Flavonoide (Apigenin und Lutein), Ocimarin und Ocimumosie A und B und Rosmarinsäure. (6) Der aktive Hauptbestandteil ist das Eugenol – ein ätherisches Öl was auch in vielen anderen aromatischen Heilpflanzen zu finden ist. Eugenol ist bekannt für seinen entzündungshemmenden und zytotoxischen Nutzen. (7)

 

Tulsi: Ein wunderbares Adaptogen in Zeiten von Stress

Tulsi ist im Fokus einiger medizinisch wissenschaftlicher Studien wegen seines stresslindernden Charakters. Die Pflanze wird auch als Adaptogen bezeichnet. Es gibt einige Beweise dafür, dass Tulsi die Stress-Response im zentralen Nervensystem verringert und allgemein beruhigend wirkt – physiologisch sowie psychologisch. Die Pflanze hat eine beruhigende und wärmende Wirkung auf Körper und Geist. Sie scheint positive Effekte zu haben auf unser Gedächtnis, wirkt angstlösend und antidepressiv. (4)

Einige Studien setzen sich mit den Effekten von Tulsi auf das Zentrale Nervensystem auseinander. Daraus lässt schließen, dass O. Sanctum L eine aktivierende Wirkung auf das ZNS hat- durch die Stimulation der Produktion von Acetylcholine. Diese aktivierende Wirkung konnte als Schutz der Nervenzellen wirken und speziell im Alter von grosser Bedeutung sein. Dies könnte eine Verbesserung des Gedächtnis und der kognitiven Fähigkeiten zu Folgen haben, sowie eine allgemeine anti- Stress Aktivität von Tulsi. (3) (10)

 

Tulsi bei Krebs und zur Verbesserung der Immunreaktion

Die antioxidativen und entzündungshemmenden Effekte von Tulsi sind die Voraussetzung für sein Potential als antikarzinogenes Mittel. Die Pflanze wird aktuell auf Basis verschiedener Wirkmechanismen im Zusammenhang mit verschiedenen Tumorarten wie Lungen-, Pankreas-, Haut-, Gebärmutterhals-, Darm-, Brust-, und Prostatakrebs getestet. Die antikarzinogenen Eigenschaften sind wahrscheinlich zurückzuführen auf das Eugenol, Vicenin-2, Linolsäure und Ursolsäure. (7)

Pankreas-Tumorzellen wurden in einer Studie mit O. tenuiflorum signifikant reduziert, und es wurde beobachtet, dass es die Apoptose von Pankreas Tumorzellen aktivierte. Dies geschieht durch die Regulation von Genen, die für die Proliferation und die Apoptose des Tumors verantwortlich sind. (8)

 

Eine vielversprechende Pflanze für Diabetespatienten und verschiedene Lifestyle-Erkrankungen!

Desweiteren konnte in anderen Studien beobachtet werden, dass Tulsi Effekte auf den Blutzuckerspiegel und die Cholesterinwerte im Blut hat. Blutglukose konnte um 17% verringert werden und eine leichte Senkung der Cholesterinwerte wurde beobachtet. (9)

Auch die Leber profitiert von der Wirkung des heiligen Basilikums: durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften, ist es laut einer Studie möglich Leberschäden zu verringern, die durch Toxine entstanden sind. (6)

 

Heiliger Basilikum ist eine sanfte und ausgleichende Hilfe bei Angstzuständen, Schlafproblemen, Magenbeschwerden und allerlei Lifestyle-Erkrankungen

Es kann davon ausgegangen werden das Tulsi eine kraftvolle Heilpflanze ist und nicht umsonst “Königin der Kräuter” genannt wird. Das Jahrtausende alte Wissen der ayurvedischen Medizin und die neuen wissenschaftlichen Befunde über diese Pflanze, bestätigen dass es ein wundervolles Allround-Mittel und Adaptogen ist.

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