Kollagen · Typ I · Typ II · Typ III

Kollagen Typ I, II und III: Was ist der Unterschied?

Kollagen ist nicht ein einzelnes Protein. Im menschlichen Körper existieren verschiedene Kollagentypen mit unterschiedlichen Strukturen und Aufgaben. Besonders häufig begegnen uns Typ I, Typ II und Typ III. Entscheidend ist jedoch: Der Kollagentyp beschreibt zunächst das körpereigene Ausgangsprotein und nicht automatisch die Wirkung eines Kollagenprodukts.

Typ I
II + III
I II

Kollagentypen unterscheiden sich in ihrer molekularen Zusammensetzung und ihrer Verteilung im Körper. Typ I, II und III gehören zu den bekanntesten Kollagentypen.

Grundlagen

Warum gibt es verschiedene Kollagentypen?

Kollagene bilden eine große Proteinfamilie. Die einzelnen Typen unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer α-Ketten, ihrer molekularen Zusammensetzung und der Strukturen, die sie im Gewebe bilden.

Dadurch kann Kollagen in unterschiedlichen Geweben sehr verschiedene strukturelle Aufgaben übernehmen. Kollagenfasern in einer Sehne stellen beispielsweise andere mechanische Anforderungen als das Kollagennetzwerk eines Gelenkknorpels.

I

Kollagen Typ I

Der besonders verbreitete fibrilläre Kollagentyp. Typ I findet sich unter anderem in Haut, Knochen, Sehnen und Bändern.

II

Kollagen Typ II

Typ II ist charakteristisch für Knorpel und bildet dort fibrilläre Strukturen innerhalb der extrazellulären Matrix.

III

Kollagen Typ III

Typ III kommt häufig gemeinsam mit Typ I vor, unter anderem in Haut und verschiedenen dehnbaren Weichgeweben.

Wichtig: Die Einteilung in Typ I, II oder III beschreibt die molekulare Form und Gewebeverteilung des Kollagens. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, wo ein oral aufgenommenes Kollagenprodukt später „landet“.
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Typ I, II und III im Überblick

Die drei Kollagentypen besitzen unterschiedliche Verteilungsschwerpunkte. Dabei ist wichtig: Gewebe enthalten meist nicht ausschließlich einen einzigen Kollagentyp.

I

Typ I

Typ I bildet zugfeste Fibrillen und ist besonders verbreitet in mechanisch beanspruchten Strukturen.

Typische Vorkommen:
Haut
Knochen
Sehnen
Bänder

II

Typ II

Typ II ist der charakteristische fibrilläre Kollagentyp des Knorpels.

Typische Vorkommen:
Gelenkknorpel
weitere Knorpelstrukturen
Glaskörper des Auges

III

Typ III

Typ III bildet feinere retikuläre Strukturen und tritt häufig gemeinsam mit Typ I auf.

Typische Vorkommen:
Haut
Blutgefäße
verschiedene Organe und Weichgewebe

Kollagen Typ I

Typ I: das verbreitete Faserkollagen

Kollagen Typ I ist einer der am häufigsten vorkommenden Kollagentypen. Es bildet zugfeste Fibrillen und ist besonders wichtig für die mechanischen Eigenschaften verschiedener Binde- und Stützgewebe.

Haut

Typ I ist ein wesentlicher Bestandteil der kollagenen Matrix der Haut.

Sehnen

Parallel angeordnete Typ-I-Fibrillen tragen zur hohen Zugfestigkeit der Sehnen bei.

Knochen

Typ I bildet einen wesentlichen Teil der organischen Knochenmatrix.

Bänder

Auch Bänder enthalten große Mengen fibrillären Typ-I-Kollagens.

Die Bedeutung von Typ-I-Kollagen für diese Gewebe bedeutet nicht, dass eingenommene Typ-I-Kollagenpeptide automatisch gezielt in Haut, Sehnen oder Knochen transportiert werden.
Kollagen Typ II

Typ II: charakteristisch für Knorpel

Kollagen Typ II bildet ein fibrilläres Netzwerk innerhalb der Knorpelmatrix. Besonders bekannt ist sein Vorkommen im Gelenkknorpel.

Im Körper

Körpereigenes Typ-II-Kollagen

Im Gelenkknorpel bildet Typ II gemeinsam mit weiteren Matrixbestandteilen ein komplexes strukturelles Netzwerk.

  • charakteristisch für Knorpel
  • fibrilläre Kollagenstruktur
  • Teil der extrazellulären Matrix
  • kein isolierter Bestandteil des Knorpels
Nahrungsergänzung

Typ-II-Kollagen als Rohstoff

Bei Nahrungsergänzungsmitteln muss genau geprüft werden, in welcher Form Typ-II-Kollagen vorliegt.

  • hydrolysiertes Typ-II-Kollagen möglich
  • undenaturiertes Typ-II-Kollagen möglich
  • unterschiedliche Strukturen
  • unterschiedliche Studien nicht gleichsetzen
Typ II ≠ Typ II

Die Produktform ist entscheidend

„Typ II“ auf dem Etikett reicht für die wissenschaftliche Einordnung nicht aus. Hydrolysiertes und undenaturiertes Typ-II-Kollagen sind strukturell unterschiedliche Rohstoffformen und müssen getrennt bewertet werden.

Besonders wichtig bei Typ II

Undenaturiertes oder hydrolysiertes Typ-II-Kollagen?

Diese Unterscheidung ist für das Verständnis von Kollagenprodukten wichtiger als die reine Bezeichnung „Typ II“.

Struktur erhalten

Undenaturiertes Typ II

Bei undenaturiertem Typ-II-Kollagen soll die native dreidimensionale Kollagenstruktur möglichst weitgehend erhalten bleiben.

  • intaktere Proteinstruktur
  • keine klassische Peptidmischung
  • strukturell von Hydrolysat verschieden
  • produktspezifische Evidenz notwendig
Struktur zerlegt

Hydrolysiertes Typ II

Bei der Hydrolyse wird die ursprüngliche Kollagenstruktur in kleinere Peptide zerlegt.

  • Kollagenpeptide statt intakter Triple-Helix
  • verschiedene Peptidlängen
  • weitere Verdauung im Magen-Darm-Trakt
  • nicht mit undenaturiertem Typ II gleichsetzen
Für Studienvergleiche entscheidend: Ergebnisse mit undenaturiertem Typ-II-Kollagen können nicht einfach auf hydrolysiertes Typ-II-Kollagen übertragen werden. Umgekehrt gelten Studien zu einem Kollagenhydrolysat nicht automatisch für undenaturiertes Typ II.
Kollagen Typ III

Typ III: häufig gemeinsam mit Typ I

Kollagen Typ III kommt in verschiedenen dehnbaren und strukturell flexiblen Geweben vor und ist häufig mit Typ-I-Kollagen vergesellschaftet.

01

Haut

Typ III ist neben Typ I Bestandteil der kollagenen Matrix der Haut.

02

Gefäße

Typ III findet sich in der extrazellulären Matrix verschiedener Gefäßstrukturen.

03

Weichgewebe

Auch verschiedene Organe und andere Weichgewebe enthalten Typ-III-Kollagen.

Supplemente richtig verstehen

Was bedeutet „Typ I, II oder III“ bei Kollagenpulver?

Hier entsteht besonders häufig ein Missverständnis: Bei einem stark hydrolysierten Kollagen liegt die ursprüngliche intakte Kollagenfaser nicht mehr vor. Stattdessen enthält das Produkt zahlreiche kleinere Peptide.

01

Ausgangsprotein

Die Typangabe kann beschreiben, welcher Kollagentyp im verwendeten Ausgangsgewebe vorherrschte.

02

Hydrolyse

Bei der Herstellung werden die großen Strukturen in kleinere Peptide aufgeteilt.

03

Endprodukt

Das Kollagenpulver enthält dann nicht einfach vollständige Typ-I- oder Typ-III-Fasern, sondern ein Peptidgemisch aus dem jeweiligen kollagenen Ausgangsmaterial.

Herkunft ≠ Ziel

Typ I im Pulver bedeutet nicht „Typ I wird zur Haut geschickt“

Nach der Einnahme werden Kollagenpeptide weiter verdaut. Aus der ursprünglichen Typzuordnung des Rohstoffs lässt sich daher nicht ableiten, dass das aufgenommene Material gezielt in das Gewebe gelangt, in dem dieser Kollagentyp natürlicherweise vorkommt.

Rind oder Fisch

Welche Kollagentypen liefern verschiedene Quellen?

Die Kollagenzusammensetzung hängt vom Ausgangsgewebe ab. Allgemeine Aussagen wie „Fisch ist Typ I“ oder „Rind ist Typ I und III“ können als Orientierung dienen, ersetzen aber keine Rohstoffspezifikation.

Marine Quellen

Fischkollagen

Kollagenhydrolysate aus Fischhaut sind typischerweise stark durch Typ-I-Kollagen geprägt.

  • häufig Fischhaut oder Fischschuppen
  • Typ I besonders relevant
  • Fischallergen berücksichtigen
  • Rohstoffspezifikation prüfen
Bovine Quellen

Rinderkollagen

Kollagenreiche bovine Gewebe können insbesondere Typ I und je nach Ausgangsgewebe Typ III enthalten.

  • häufig Haut als Ausgangsmaterial
  • Typ I besonders relevant
  • Typ III kann gemeinsam mit Typ I vorkommen
  • Rohstoffspezifikation prüfen
Häufige Frage

Welcher Kollagentyp ist der beste?

Eine pauschale Rangfolge von Typ I, II und III ist wissenschaftlich nicht sinnvoll. Die Typen sind Bestandteile unterschiedlicher Gewebestrukturen und erfüllen dort jeweils spezifische Aufgaben.

I ≠ II ≠ III

Unterschiedlich bedeutet nicht besser oder schlechter

Die Bezeichnung des Kollagentyps beschreibt zunächst die Struktur des Proteins. Bei Nahrungsergänzungsmitteln sind zusätzlich Produktform, Hydrolyse, Peptidprofil, verwendete Menge und die Evidenz für den konkreten Rohstoff entscheidend.

Praktischer Blick auf ein Etikett: Nicht nur nach „Typ I“, „Typ II“ oder „Typ III“ suchen. Prüfe zusätzlich Herkunft, Produktform, Hydrolyse, Dosierung, Molekulargewichtsverteilung und ob die angegebenen Studien tatsächlich zum verwendeten Rohstoff passen.
Wissenschaftliche Grundlagen

Was sagt die Forschung zu den Kollagentypen?

Die unterschiedlichen Kollagentypen sind strukturell und hinsichtlich ihrer Gewebeverteilung gut charakterisiert. Produktwirkungen müssen davon getrennt betrachtet werden.

Struktur · Review

Kollagenstruktur und Anwendungen

Ein systematischer Review beschreibt Kollagen als strukturell vielfältige Proteinfamilie und ordnet verschiedene Kollagentypen, Synthesewege und Anwendungen ein.

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Struktur-Funktion · Review

Typ I und Typ III

Der Review untersucht unter anderem die Struktur-Funktions-Beziehungen von Typ-I- und Typ-III-Kollagen und deren fibrilläre Organisation.

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Kollagen-Wissen

Die nächsten Grundlagen

Die Typangabe ist nur ein Teil der Beurteilung eines Kollagenproduktes.

Die klare Einordnung
Typ I, II und III sind unterschiedliche Kollagenproteine. Bei Kollagenprodukten ist aber nicht nur der Typ entscheidend, sondern auch, ob das Protein nativ, undenaturiert oder hydrolysiert vorliegt.
Typ I

Besonders verbreitet in Haut, Knochen, Sehnen und Bändern.

Typ II

Charakteristischer Kollagentyp des Knorpels.

Typ III

Kommt häufig gemeinsam mit Typ I in Haut, Gefäßen und Weichgeweben vor.