Veganes Kollagen: Gibt es pflanzliche Alternativen?
Klassisches Kollagen ist ein tierisches Strukturprotein. Pflanzen enthalten deshalb kein natürliches Kollagen. Trotzdem gibt es interessante vegane Konzepte: pflanzliche Proteine, ausgewählte Aminosäuren und Nährstoffe können Bausteine und Cofaktoren für die körpereigene Kollagenbildung bereitstellen.
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Kollagen Gly Pro
Eine vegane Formulierung kann kollagentypische Aminosäuren wie Glycin und Prolin liefern. Dadurch entstehen jedoch noch keine Kollagenpeptide.
Gibt es natürliches pflanzliches Kollagen?
Natürliches Kollagen ist ein Strukturprotein tierischer Organismen. Es kommt unter anderem in Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen und weiteren Bindegeweben vor.
Pflanzen besitzen andere Strukturproteine und Zellstrukturen. Soja-, Erbsen-, Reis- oder Kürbisprotein sind deshalb keine Kollagenquellen, auch wenn sie einzelne Aminosäuren enthalten, die ebenfalls Bestandteil von Kollagen sind.
Pflanzenprotein wird nicht durch ähnliche Aminosäuren zu Kollagen
Entscheidend ist nicht nur, welche Aminosäuren vorhanden sind. Auch ihre Reihenfolge und Verbindung innerhalb bestimmter Proteine und Peptide unterscheidet Kollagen von anderen Proteinquellen.
Was wird als „veganes Kollagen“ angeboten?
Unter diesem Begriff können sehr unterschiedliche Produktkonzepte angeboten werden. Für eine sachliche Bewertung müssen diese voneinander getrennt werden.
Collagen Booster
Pflanzliche Produkte mit Vitamin C, Pflanzenextrakten, Mineralstoffen oder anderen Nährstoffen. Diese Produkte liefern normalerweise selbst kein Kollagen.
Aminosäure-Konzepte
Pflanzliches Protein kann mit freien Aminosäuren wie Glycin oder Prolin kombiniert werden. Dadurch lässt sich das Aminosäureprofil gezielt verändern.
Biotechnologisches Kollagen
Moderne Fermentations- und Expressionsverfahren ermöglichen die Herstellung kollagener oder kollagenähnlicher Proteine ohne klassische Extraktion aus Rind oder Fisch.
Kann man das Aminosäureprofil von Kollagen vegan nachbilden?
Zumindest teilweise. Kollagen besitzt ein ungewöhnliches Aminosäureprofil. Besonders charakteristisch sind Glycin, Prolin und Hydroxyprolin.
Eine vegane Formulierung kann gezielt Aminosäuren bereitstellen. Damit lässt sich das Ausgangsprofil beeinflussen. Eine freie Aminosäuremischung wird dadurch jedoch nicht zum Kollagenhydrolysat.
Glycin
Glycin nimmt innerhalb der Kollagenstruktur regelmäßig jede dritte Position ein und ist deshalb quantitativ besonders bedeutend.
Prolin
Prolin ist ebenfalls reichlich in Kollagen vertreten und trägt zur charakteristischen räumlichen Struktur der Kollagenketten bei.
Hydroxyprolin
Hydroxyprolin entsteht durch eine nachträgliche Modifikation von Prolin und ist besonders charakteristisch für kollagene Proteine.
Aminosäuren sind nicht dasselbe wie Kollagenpeptide
Genau hier liegt der wichtigste Unterschied zwischen tierischem Kollagenhydrolysat und einer veganen Aminosäuremischung.
Peptide
Durch Hydrolyse des ursprünglichen Kollagenproteins entstehen kleinere, miteinander verbundene Aminosäureketten.
Vereinfacht:
Pro – Hyp
Gly – Pro – Hyp
Gly – X – X – Gly – Pro – Hyp – ...
- unterschiedliche Peptidlängen
- unterschiedliche Aminosäuresequenzen
- kollagentypisches Peptidprofil
- weitere Verdauung nach der Einnahme
Freie Aminosäuren
Eine vegane Formulierung kann ausgewählte Aminosäuren als einzelne Bausteine bereitstellen.
Vereinfacht:
Gly + Pro + weitere Aminosäuren
- einzelne freie Bausteine möglich
- Mengen gezielt einstellbar
- mit Pflanzenprotein kombinierbar
- keine Kollagenpeptide
Eine Aminosäuremischung besitzt kein kollagenes Peptidprofil
Freie Aminosäuren können einzelne kollagentypische Bausteine liefern. Sie besitzen aber nicht automatisch die gleichen Peptidsequenzen wie ein Kollagenhydrolysat.
Kann Pflanzenprotein eine Kollagenalternative sein?
Pflanzenproteine liefern Aminosäuren, besitzen jedoch ein anderes Aminosäureprofil als Kollagen. Je nach Proteinquelle unterscheiden sich insbesondere die Mengen der essenziellen Aminosäuren sowie von Glycin und Prolin.
Verschiedene pflanzliche Proteinquellen können miteinander kombiniert werden, beispielsweise Erbse, Soja, Favabohne, Reis oder Kürbis.
Spezialisiertes Aminosäureprofil
- sehr viel Glycin
- hoher Prolinanteil
- charakteristisches Hydroxyprolin
- vergleichsweise wenig essenzielle Aminosäuren
- Tryptophan fehlt im klassischen Kollagenprofil
Allgemeine Proteinquelle
- liefert essenzielle Aminosäuren
- Profil abhängig von der Proteinquelle
- Proteinmischungen können sich ergänzen
- typischerweise weniger Glycin als Kollagen
- keine klassischen Kollagenpeptide
Welche Rolle spielt Vitamin C?
Vitamin C nimmt bei veganen Kollagenkonzepten eine besondere Stellung ein. Vitamin C ist weder Kollagen noch eine Aminosäure. Es besitzt jedoch eine definierte Funktion innerhalb der normalen körpereigenen Kollagenbildung.
Bausteine
Protein liefert Aminosäuren für den allgemeinen Protein- und Aminosäurestoffwechsel.
- Glycin
- Prolin
- Lysin
- weitere Aminosäuren
Cofaktor
Vitamin C wird für enzymatische Schritte der normalen Kollagenbildung benötigt.
- kein Kollagen
- keine Aminosäure
- an der normalen Kollagenbildung beteiligt
- zugelassene EU-Health-Claims vorhanden
Was ist ein veganer Kollagen-Booster?
Die Begriffe „Collagen Booster“ und „Collagen Builder“ bezeichnen keine eigene Kollagenart. Gemeint sind normalerweise Formulierungen mit ausgewählten Nährstoffen, Aminosäuren oder Pflanzenbestandteilen.
Protein
Pflanzenprotein kann eine breite Mischung unterschiedlicher Aminosäuren bereitstellen.
Aminosäuren
Glycin, Prolin oder weitere Aminosäuren können gezielt ergänzt werden.
Cofaktoren
Vitamin C und gegebenenfalls weitere Nährstoffe können entsprechend ihrer belegten Funktionen eingesetzt werden.
Der Begriff beschreibt ein Produktkonzept
Ein Produkt kann auf die normale körpereigene Kollagenbildung ausgerichtet sein, ohne selbst Kollagen oder Kollagenpeptide zu enthalten.
Kann Kollagen ohne tierisches Ausgangsgewebe hergestellt werden?
Moderne Biotechnologie ermöglicht die Produktion rekombinanter kollagener oder kollagenähnlicher Proteine durch kontrollierte Expressions- und Fermentationsverfahren.
Das Protein wird dabei nicht aus Rinderhaut oder Fischhaut extrahiert. Stattdessen produziert ein biologisches Expressionssystem eine definierte Proteinstruktur.
Eine definierte genetische Information für das gewünschte Protein bildet die Grundlage.
Ein geeignetes biologisches System produziert das gewünschte Protein.
Die Produktion erfolgt unter kontrollierten biotechnologischen Prozessbedingungen.
Das produzierte Protein wird anschließend isoliert und weiter aufbereitet.
Pflanzlich und tierfrei sind nicht dasselbe
Gerade bei neuen Kollagenalternativen werden die Begriffe „pflanzlich“, „vegan“, „tierfrei“ und „fermentiert“ schnell miteinander vermischt.
Protein + Aminosäuren + Nährstoffe
Ein pflanzliches Kollagenkonzept enthält typischerweise kein klassisches Kollagenhydrolysat.
- Pflanzenprotein möglich
- freie Aminosäuren möglich
- Vitamin C möglich
- kein tierisches Kollagenhydrolysat
Rekombinantes Protein
Biotechnologische Verfahren können kollagene oder kollagenähnliche Proteinstrukturen ohne klassische Extraktion aus tierischem Bindegewebe erzeugen.
- biotechnologische Herstellung
- definierte Proteinsequenzen möglich
- keine klassische Rinder- oder Fischquelle
- regulatorischen Status konkret prüfen
Entscheidend ist die tatsächliche Herstellungsweise
Ein Protein kann tierfrei hergestellt sein, ohne dass das Protein selbst aus einer Pflanze extrahiert wurde. Bei biotechnologisch erzeugten Proteinen ist deshalb eine präzise Beschreibung sinnvoller als vereinfachende Begriffe wie „pflanzliches Kollagen“.
Wie könnte eine sinnvolle vegane Alternative aussehen?
Wer tierisches Kollagen vermeiden möchte, muss Kollagenpulver nicht zwangsläufig durch einen einzelnen vermeintlichen Ersatzstoff austauschen.
Ein sinnvoller Ansatz kann darin bestehen, eine hochwertige pflanzliche Proteinbasis mit gezielt ausgewählten Aminosäuren und Vitamin C zu kombinieren.
Pflanzenprotein
Eine geeignete Proteinquelle oder Mischung verschiedener Proteinquellen liefert ein breites Aminosäurespektrum.
Kollagentypische Aminosäuren
Glycin und gegebenenfalls weitere Aminosäuren können gezielt ergänzt werden, wenn ein stärker kollagenorientiertes Profil gewünscht ist.
Vitamin C
Vitamin C besitzt eine klar definierte Funktion bei der normalen körpereigenen Kollagenbildung.
Weiterführende Informationen zu Kollagen
Pflanzliche Alternativen lassen sich besser einordnen, wenn man versteht, wie Kollagenpeptide aufgebaut sind, welche Aminosäuren typisch für Kollagen sind und welche Rolle Vitamin C bei der normalen Kollagenbildung spielt.
Was sind Kollagenpeptide?
Wie entstehen Kollagenpeptide durch Hydrolyse? Erfahre, wodurch sich Peptide von freien Aminosäuren und vom ursprünglichen Kollagenprotein unterscheiden.
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Pflanzenprotein liefert Aminosäuren, enthält aber kein natürliches Kollagen.
Glycin und Prolin können gezielt ergänzt werden, ergeben allein jedoch keine Kollagenpeptide.
Vitamin C trägt zu einer normalen körpereigenen Kollagenbildung bei.
Wissenschaftlicher Hinweis: Natürliches Kollagen ist ein Protein tierischer Organismen. Pflanzliche Proteine und freie Aminosäuremischungen sind deshalb nicht mit Kollagenhydrolysat oder Kollagenpeptiden gleichzusetzen.
Biotechnologisch erzeugtes rekombinantes Kollagen ist gesondert zu betrachten. Ob ein konkreter Rohstoff für Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden kann, hängt von seinem regulatorischen Status und dem vorgesehenen Markt ab.
Health Claims: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Für die Verwendung dieses Claims müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein.
Diese Seite dient der allgemeinen wissenschaftlichen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Quellen:
European Commission, EU Register of Health Claims:
Vitamin C and normal collagen formation.
Evonik, VECOLLAN recombinant collagen platform.