Was sind Kollagenpeptide?
Kollagenpeptide entstehen, wenn die großen Proteinstrukturen des Kollagens durch Hydrolyse in kleinere Fragmente zerlegt werden. Dadurch verändern sich unter anderem Löslichkeit und Molekülgröße, während das charakteristische Aminosäureprofil des kollagenen Ausgangsproteins erhalten bleibt.
peptide Gly Hyp
Kollagenpeptide bestehen aus kürzeren Aminosäureketten. Glycin (Gly) und Hydroxyprolin (Hyp) sind charakteristische Bestandteile kollagener Proteine.
Kollagenpeptide sind Fragmente von Kollagen
Natürliches Kollagen besteht aus großen Proteinstrukturen. Werden diese kontrolliert hydrolysiert, entstehen kürzere Proteinfragmente: die Kollagenpeptide.
Kollagen
Ausgangspunkt ist kollagenreiches tierisches Gewebe. Kollagen besitzt eine charakteristische Proteinstruktur und ein ungewöhnliches Aminosäureprofil.
Hydrolyse
Bei der Hydrolyse werden große Proteinstrukturen in kleinere Fragmente aufgeteilt. Industriell erfolgt dieser Schritt typischerweise kontrolliert und enzymatisch.
Peptide
Das Ergebnis ist keine einzelne definierte Verbindung, sondern eine Mischung unterschiedlich langer Peptide mit kollagentypischer Aminosäurezusammensetzung.
Wie entstehen Kollagenpeptide?
Der entscheidende Schritt ist die Hydrolyse. Dabei werden Bindungen innerhalb der Proteinstruktur gespalten und aus großen Kollagenmolekülen kleinere Peptidfragmente erzeugt.
Ausgangsmaterial ist kollagenreiches Gewebe, beispielsweise aus Rind oder Fisch.
Das Kollagen wird aus dem Ausgangsmaterial gewonnen und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.
Enzyme spalten große Proteinstrukturen gezielt in kürzere Peptide.
Es entsteht ein lösliches Gemisch unterschiedlich großer Peptide.
Kollagenpeptide oder Kollagenhydrolysat?
Beide Begriffe werden häufig nahezu synonym verwendet. Trotzdem beschreiben sie den Rohstoff aus etwas unterschiedlicher Perspektive.
Kollagenhydrolysat
Der Begriff beschreibt das Produkt, das durch Hydrolyse von Kollagen entsteht.
- aus Kollagen hergestellt
- hydrolytisch aufgespalten
- enthält zahlreiche Peptide
- besitzt eine Peptidgrößenverteilung
Kollagenpeptide
Der Begriff betont die kleineren Proteinfragmente, aus denen das Hydrolysat besteht.
- kurze Aminosäureketten
- unterschiedliche Sequenzen
- unterschiedliche Molekülgrößen
- kollagentypisches Aminosäureprofil
Zwei Begriffe für eng verwandte Konzepte
„Kollagenhydrolysat“ beschreibt stärker die Herstellung und den resultierenden Rohstoff. „Kollagenpeptide“ richtet den Blick stärker auf dessen kleinere Proteinfragmente.
Kollagen, Gelatine und Kollagenpeptide sind nicht dasselbe
Alle drei gehen auf kollagenes Ausgangsmaterial zurück. Verarbeitung und resultierende Proteinstruktur unterscheiden sich jedoch deutlich.
Natives Kollagen
Natives Kollagen besitzt eine weitgehend erhaltene räumliche Struktur mit charakteristischer Triple-Helix.
Gelatine
Gelatine entsteht durch Denaturierung und Verarbeitung von Kollagen. Typisch ist ihre Fähigkeit, unter geeigneten Bedingungen Gele zu bilden.
Kollagenpeptide
Kollagenpeptide wurden weiter hydrolysiert. Sie sind kleiner und lösen sich gewöhnlich gut in Flüssigkeiten, ohne wie Gelatine zu gelieren.
Gleicher Ursprung, unterschiedliche Proteinstruktur
Je stärker das Ausgangsprotein verarbeitet und hydrolysiert wird, desto stärker verändert sich seine strukturelle Form. Das Aminosäureprofil bleibt kollagentypisch, die Größe und Anordnung der Proteinfragmente dagegen nicht.
Warum wird bei Kollagenpeptiden die Peptidgröße angegeben?
Kollagenhydrolysate bestehen aus vielen unterschiedlichen Peptiden. Deren Größenverteilung kann unter anderem durch das mittlere Molekulargewicht beschrieben werden.
Kein einzelnes Molekül
Eine Dalton-Angabe beschreibt bei einem Hydrolysat normalerweise nicht jedes einzelne enthaltene Peptid.
Größenverteilung
Der Rohstoff enthält vielmehr zahlreiche Peptide unterschiedlicher Länge und Molekülgröße.
Rohstoffspezifikation
Angaben zur Peptidgröße können deshalb sinnvoll sein, sollten aber zusammen mit Herkunft, Verarbeitung und analytischer Charakterisierung betrachtet werden.
Was passiert nach der Einnahme von Kollagenpeptiden?
Auch bereits hydrolysierte Kollagenpeptide werden nach der Einnahme weiter verdaut. Aufgenommen werden freie Aminosäuren und bestimmte kleinere Peptide.
Das Kollagenhydrolysat enthält bereits verkürzte Peptidketten.
Verdauungsenzyme zerlegen einen Teil dieser Peptide weiter.
Aminosäuren sowie bestimmte Di- und Tripeptide können über den Darm aufgenommen werden.
Die aufgenommenen Bestandteile gelangen anschließend in den Aminosäure- und Peptidstoffwechsel.
Kollagenpeptide werden nicht zu fertigen Kollagenfasern transportiert
Dass kollagentypische Peptide nach der Einnahme im Blut nachweisbar sind, bedeutet nicht automatisch, dass diese unverändert in Haut, Knorpel oder Sehnen eingebaut werden.
Welche Aminosäuren enthalten Kollagenpeptide?
Das Aminosäureprofil unterscheidet Kollagen deutlich von klassischen Proteinquellen wie Whey oder pflanzlichen Proteinmischungen.
Glycin
Glycin ist besonders charakteristisch für Kollagen und kommt innerhalb der Kollagenstruktur regelmäßig vor.
Prolin
Prolin gehört ebenfalls zu den besonders häufigen Aminosäuren kollagener Proteine.
Hydroxyprolin
Hydroxyprolin entsteht aus Prolin und ist ein charakteristischer Bestandteil von Kollagen.
Kann man Kollagenpeptide vegan nachbilden?
Einzelne Aminosäuren können auch in veganen Produkten bereitgestellt werden. Damit entsteht jedoch noch kein Kollagenhydrolysat.
Kollagenpeptide
- aus kollagenem Ausgangsprotein
- enthalten unterschiedliche Peptidsequenzen
- reich an Glycin und Prolin
- enthalten charakteristisches Hydroxyprolin
Vegane Aminosäuremischung
- kann freies Glycin enthalten
- kann freies Prolin enthalten
- lässt sich mit Pflanzenprotein kombinieren
- ist trotzdem kein Kollagenhydrolysat
Die Reihenfolge der Bausteine macht einen Unterschied
Eine Mischung freier Aminosäuren kann einzelne kollagentypische Bausteine liefern. Sie besitzt aber nicht automatisch die Peptidsequenzen eines hydrolysierten Kollagenproteins.
Peptide im Blut nachweisbar: Was bedeutet das?
Untersuchungen zeigen, dass nach der Einnahme von Kollagenhydrolysat neben freien Aminosäuren auch hydroxyprolinhaltige kleinere Peptide im Blut nachgewiesen werden können.
Aufnahme verschiedener Kollagenhydrolysate
Eine randomisierte Crossover-Studie untersuchte Kollagenhydrolysate aus Fisch, Schwein und Rind. Nach der Einnahme wurden freies sowie peptidgebundenes Hydroxyprolin im Plasma erfasst.
PubMed öffnen ↗Warum Kollagen ein besonderes Protein ist
Die Kollagenstruktur zeichnet sich durch ihre Triple-Helix und charakteristische Aminosäuresequenzen mit einem hohen Anteil an Glycin und Prolin aus.
Publikation öffnen ↗Kollagenpeptide weiter verstehen
Die wichtigsten angrenzenden Themen innerhalb des Kollagen-Clusters.
Kollagen Grundlagen
Was Kollagen ist, welche Typen existieren und wodurch sich Kollagen von anderen Proteinen unterscheidet.
Kollagen verstehen →Aufnahme
Was nach der Einnahme im Verdauungssystem passiert und welche Peptide aufgenommen werden können.
Aufnahme verstehen →Aminosäuren
Warum Glycin, Prolin und Hydroxyprolin für das besondere Profil von Kollagen verantwortlich sind.
Aminosäuren ansehen →Kollagenpeptide sind keine neue Proteinart. Sie entstehen, wenn Kollagen gezielt in kleinere Proteinfragmente hydrolysiert wird.
Kollagenpeptide stammen aus kollagenem Ausgangsprotein.
Die großen Proteinstrukturen werden in kleinere Peptide aufgeteilt.
Nach der Einnahme werden freie Aminosäuren und bestimmte kleinere Peptide aufgenommen.
Wissenschaftlicher Hinweis: Aus dem Nachweis bestimmter Kollagenpeptide im Blut lässt sich nicht automatisch eine gesundheitsbezogene Wirkung in Haut, Knorpel, Knochen oder anderem Gewebe ableiten.
Ergebnisse klinischer Untersuchungen müssen immer im Zusammenhang mit dem untersuchten Rohstoff, der verwendeten Menge, der Zielgruppe, der Studiendauer und dem jeweiligen Endpunkt bewertet werden.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Quellen: Virgilio et al., Frontiers in Nutrition 2024; Shoulders & Raines, Annual Review of Biochemistry 2009.