Omega-3 und Kinder: Smarter Nachwuchs (Teil 1)

Dass Muttermilch Omega-3-Fettsäuren enthält, sollte einen darüber nachdenken lassen, wie relevant diese Fette für unseren Nachwuchs sein können. Studien zu Omega-3 und dem gesunden Heranwachsen unserer Kinder gibt es mehr als genug. Omega-3 zeigt durchaus positive Effekte bei der Prävention von Asthma, ADHS, Autismus, fördert die gesunde Entwicklung eines leistungsfähigen Denkorgans, der Augen und hat sogar einen Einfluss auf das soziale Verhalten unserer Kinder1–6. Schon während der Schwangerschaft versorgt die Mutter ihr heranwachsendes Wunder mit ihren Reserven an EPA und DHA – zentralen Formen von Omega-3. Das setzt natürlich voraus, dass die Mutter ausreichend Omega-3-Fettsäuren besitzt und auch, dass die förderlichen Fette stabil bleiben (nicht oxidieren – vergleichbar mit “ranzigem Fett”), um dem Kind bei seiner Entwicklung zu helfen. In der heutigen Zeit ist der Großteil der Weltbevölkerung überversorgt mit Omega-6-Fettsäuren. Beide Fette, Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren, konkurrieren untereinander. Während mit einer hohen Sicherheit gesagt werden kann, dass sich der Mensch mit einer Ratio von etwa 1:1 entwickelt hatte, stehen wir heute bei eher 10:1 bis 20-25:1 (Omega-6:Omega-3) 5. Während beide Fette einen „essentiellen“ Status besitzen (sie sind für uns lebensnotwendig), wirkt Omega-6, vor allem im Übermaß, entzündungsfördernd. Das kann in unserem heutigen belastenden Alltag durchaus für Eltern und Kind schädlich sein.
Selbst nach der Geburt entwickelt sich das Gehirn des Kindes noch einige Jahren auf Hochtouren (siehe Abbildung)! Studien, bei denen eine Versorgung des Kindes nach der Geburt mit Omega-3 untersucht wurden, sind vielversprechend. Unser Gehirn entwickelt sich stark bis über das 16. Lebensalter hinweg aus. Selbst danach ist es ständig im Wandel, reagiert auf Einflüsse von außen und lernt1.

Was kann man bis Dato mit einer gewissen Sicherheit über Omega-3 sagen? Bekannt ist, dass Omega-3 eine wichtige Rolle während der Entwicklung des Kindes trägt. Selbst danach ist eine ausreichende – also nicht zu geringe, ABER auch nicht zu hohe – Versorgung wichtig und sinnvoll.

Interessiert an Details? Wie weiß ich, was ausreichend bedeutet? Welche Tests sind zuverlässig? Warum ist mehr nicht besser?

Mehr Informationen sind hier zu finden (Teil 2).

Quellenangabe:

  1. Osendarp, S. The role of omega-3 fatty acids in child development. Oléagineux Corps Gras Lipides 18, 307–313 (2011).
  2. Oddy, de Klerk, Kendall, Mihrshahi & Peat. Ratio of Omega‐6 to Omega‐3 Fatty Acids and Childhood Asthma. J Asthma 41, 319–326 (2009).
  3. Innis, S. Dietary omega 3 fatty acids and the developing brain. Brain Res 1237, 35–43 (2008).
  4. Innis, S. Dietary (n-3) fatty acids and brain development. The Journal of nutrition 137, 855–9 (2007).
  5. Simopoulos. Omega-3 fatty acids in health and disease and in growth and development. Am J Clin Nutrition 54, 438–63 (1991).
  6. Amminger, P. et al. Omega-3 Fatty Acids Supplementation in Children with Autism: A Double-blind Randomized, Placebo-controlled Pilot Study. Biol Psychiat 61, 551–553 (2007).

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