Omega-3 · EPA · DHA

EPA und DHA: Was ist der Unterschied?

EPA und DHA gehören zu den bekanntesten langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Sie kommen häufig gemeinsam in Fischöl und bestimmten Mikroalgenölen vor, sind aber nicht identisch. Sie unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur und teilweise auch in ihren physiologischen Funktionen.

EPA + DHA Omega-3
Grundlagen

Was sind EPA und DHA?

EPA steht für Eicosapentaensäure, DHA für Docosahexaensäure. Beide gehören zu den langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und sind typische Bestandteile mariner Omega-3-Quellen.

EPA

Eicosapentaensäure

EPA ist eine langkettige Omega-3-Fettsäure mit 20 Kohlenstoffatomen und fünf Doppelbindungen.

  • Abkürzung: EPA
  • 20 Kohlenstoffatome
  • 5 Doppelbindungen
  • Bezeichnung: 20:5 n-3
  • kommt unter anderem in Fischöl vor
DHA

Docosahexaensäure

DHA ist eine längere Omega-3-Fettsäure mit 22 Kohlenstoffatomen und sechs Doppelbindungen.

  • Abkürzung: DHA
  • 22 Kohlenstoffatome
  • 6 Doppelbindungen
  • Bezeichnung: 22:6 n-3
  • kommt in Fisch- und Mikroalgenölen vor
Wichtig: EPA und DHA werden häufig gemeinsam als „Omega-3“ bezeichnet. Für einen genauen Vergleich von Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln sollten die Mengen von EPA und DHA jedoch getrennt betrachtet werden.
Direkter Vergleich

EPA oder DHA: Wo liegt der Unterschied?

Auf den ersten Blick ähneln sich EPA und DHA. Beide gehören zur Omega-3-Familie und kommen häufig gemeinsam vor. Beim genaueren Blick zeigen sich jedoch wichtige Unterschiede.

Merkmal EPA DHA
Vollständiger Name Eicosapentaensäure Docosahexaensäure
Kurzschreibweise 20:5 n-3 22:6 n-3
Kohlenstoffatome 20 22
Doppelbindungen 5 6
Typische Quellen Fettfisch, Fischöl und bestimmte Mikroalgenöle Fettfisch, Fischöl und Mikroalgenöl
Herzfunktion EPA und DHA tragen gemeinsam zu einer normalen Herzfunktion bei. EPA und DHA tragen gemeinsam zu einer normalen Herzfunktion bei.
Gehirnfunktion Kein entsprechender zugelassener Einzelclaim für EPA. DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei.
Sehkraft Kein entsprechender zugelassener Einzelclaim für EPA. DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei.
EPA ≠ DHA

Gleiche Familie, unterschiedliche Fettsäuren

EPA und DHA gehören beide zu den Omega-3-Fettsäuren. Ihre unterschiedlichen Kettenlängen und Strukturen bedeuten jedoch, dass sie nicht einfach gegeneinander ausgetauscht oder als identisch betrachtet werden sollten.

EPA · 20:5 n-3

Was ist EPA?

Eicosapentaensäure, kurz EPA, ist eine langkettige Omega-3-Fettsäure. Sie besitzt 20 Kohlenstoffatome und fünf Doppelbindungen.

Struktur

EPA besitzt 20 Kohlenstoffatome und fünf Doppelbindungen.

Quellen

EPA findet sich insbesondere in Fisch, Fischöl und bestimmten Mikroalgenölen.

Omega-3-Produkte

Bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte die EPA-Menge pro Tagesportion separat ausgewiesen werden.

Herzfunktion

Gemeinsam mit DHA trägt EPA zu einer normalen Herzfunktion bei.

DHA · 22:6 n-3

Was ist DHA?

Docosahexaensäure, kurz DHA, ist eine langkettige Omega-3-Fettsäure mit 22 Kohlenstoffatomen und sechs Doppelbindungen.

Struktur

DHA besitzt 22 Kohlenstoffatome und sechs Doppelbindungen.

Quellen

DHA kommt insbesondere in Fettfisch, Fischöl und bestimmten Mikroalgenölen vor.

Gehirn

DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei.

Sehkraft

DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei.

Physiologische Funktionen

Welche Funktionen haben EPA und DHA?

Für EPA und DHA bestehen in der Europäischen Union zugelassene gesundheitsbezogene Angaben. Dabei ist entscheidend, ob sich eine Aussage auf EPA und DHA gemeinsam oder speziell auf DHA bezieht.

EPA + DHA

Herzfunktion

EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg EPA und DHA ein.

DHA

Gehirnfunktion

DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA ein.

DHA

Sehkraft

DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA ein.

Wichtig bei Health Claims: Zugelassene Aussagen dürfen nicht beliebig auf andere Omega-3-Fettsäuren übertragen werden. Eine für DHA zugelassene Aussage zur normalen Gehirnfunktion ist beispielsweise keine entsprechende Aussage über EPA oder „Omega-3“ allgemein.
Ernährung

Wo kommen EPA und DHA vor?

EPA und DHA werden vor allem mit marinen Nahrungsquellen in Verbindung gebracht. Neben Fisch sind Mikroalgen eine wichtige direkte Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren.

Fisch

Marine Lebensmittel

Insbesondere fettreiche Meeresfische können relevante Mengen an EPA und DHA liefern.

  • Hering
  • Makrele
  • Sardinen
  • Lachs
Mikroalgen

Direkte alternative Quelle

Bestimmte Mikroalgen können langkettige Omega-3-Fettsäuren bilden. Algenöle werden deshalb unter anderem als vegane DHA- und, abhängig vom verwendeten Rohstoff, EPA-Quelle eingesetzt.

  • direkte DHA-Quelle möglich
  • EPA je nach Algenart und Produkt
  • für vegane Produkte geeignet
ALA ist nicht dasselbe wie EPA und DHA: Leinöl, Chiasamen und Walnüsse liefern hauptsächlich Alpha-Linolensäure (ALA). Der menschliche Stoffwechsel kann ALA zwar weiter umwandeln, pflanzliches ALA ist deshalb aber nicht mit einer direkten Zufuhr von EPA und DHA gleichzusetzen.
Produktvergleich

EPA und DHA in Omega-3-Kapseln

Bei Nahrungsergänzungsmitteln lohnt es sich, nicht nur auf die beworbene Fischölmenge zu schauen. Entscheidend für den direkten Vergleich sind die tatsächlich enthaltenen Mengen an EPA und DHA.

01

Ölmenge prüfen

Die Gesamtmenge an Fisch- oder Algenöl beschreibt zunächst die Menge des verwendeten Öls und nicht automatisch den EPA- und DHA-Gehalt.

02

EPA + DHA prüfen

Die ausgewiesenen Mengen an EPA und DHA zeigen wesentlich genauer, wie viel der beiden Omega-3-Fettsäuren enthalten ist.

03

Tagesportion vergleichen

Angaben pro Kapsel können irreführend sein, wenn Produkte mit unterschiedlichen Verzehrempfehlungen verglichen werden. Sinnvoll ist deshalb der Vergleich pro Tagesportion.

1.000 mg Öl ≠ 1.000 mg EPA + DHA

Auf die tatsächliche Konzentration achten

Die Angabe „1.000 mg Fischöl“ sagt noch nicht, wie viel EPA und DHA das Produkt liefert. Dafür müssen die separat ausgewiesenen Fettsäuremengen betrachtet werden.

EPA + DHA messen

EPA und DHA im Omega-3-Index

EPA und DHA spielen auch bei der Bestimmung des Omega-3-Index eine zentrale Rolle. Der Laborwert betrachtet den Anteil dieser Fettsäuren in den Membranen roter Blutkörperchen.

Häufige Fragen

Fragen zu EPA und DHA

Sind EPA und DHA dasselbe?

Nein. EPA und DHA sind zwei unterschiedliche langkettige Omega-3-Fettsäuren. EPA besitzt 20 Kohlenstoffatome und fünf Doppelbindungen, DHA 22 Kohlenstoffatome und sechs Doppelbindungen.

Was bedeutet EPA?

EPA steht für Eicosapentaensäure. Sie gehört zu den langkettigen Omega-3-Fettsäuren und kommt unter anderem in fettreichem Fisch und Fischöl vor. Mehr über EPA erfahren.

Was bedeutet DHA?

DHA steht für Docosahexaensäure. Die langkettige Omega-3-Fettsäure kommt unter anderem in Fisch und bestimmten Mikroalgenölen vor. Mehr über DHA erfahren.

Was ist wichtiger: EPA oder DHA?

Eine allgemeine Rangfolge ist nicht sinnvoll. EPA und DHA sind unterschiedliche Fettsäuren mit teilweise unterschiedlichen Funktionen. Welche Mengen relevant sind, hängt davon ab, welche ernährungsphysiologische Fragestellung betrachtet wird.

Ist DHA nur für das Gehirn wichtig?

Nein. Für DHA bestehen unter anderem zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion und einer normalen Sehkraft. Gemeinsam mit EPA trägt DHA außerdem zu einer normalen Herzfunktion bei.

Enthält pflanzliches Omega-3 EPA und DHA?

Klassische pflanzliche Omega-3-Quellen wie Leinöl, Walnüsse oder Chiasamen liefern hauptsächlich ALA und nicht direkt relevante Mengen an EPA und DHA. Eine wichtige Ausnahme stellen bestimmte Mikroalgenöle dar, die DHA und je nach Rohstoff auch EPA liefern können.

Fazit
EPA und DHA gehören beide zu Omega-3, sind aber nicht dasselbe. Wer Omega-3 wissenschaftlich oder bei einem Produkt bewerten möchte, sollte deshalb immer betrachten, wie viel EPA und wie viel DHA tatsächlich enthalten ist.
EPA

Eicosapentaensäure besitzt 20 Kohlenstoffatome und fünf Doppelbindungen.

DHA

Docosahexaensäure besitzt 22 Kohlenstoffatome und sechs Doppelbindungen.

EPA + DHA

Bei Omega-3-Produkten sollten beide Mengen separat und bezogen auf die Tagesportion betrachtet werden.